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Während Facebook-Blackout: Hacker bieten 1,5 Mrd. Userdaten zum Kauf an

(Report24)

Wie die auf Sicherheitsthemen spezialisierte US-Seite Privacy Affairs bekannt gibt, boten Hacker soeben die Daten von 1,5 Milliarden Facebook Nutzern zum Kauf an. Darunter die Namen, E-Mailadressen, Wohnorte, Telefonnummern der Betroffenen. Eine erste Datenprüfung habe ergeben, dass es sich wohl um echte Benutzerdaten des Sozialen Netzwerks handelt. Die Seiten von Facebook, Messenger, Instagram und Whatsapp sind aus unbekannten Gründen seit Stunden offline.


Auf einem einschlägigen Hackerforum werden die Daten der Facebook-User zum Kauf angeboten. Dies kommt zu einem denkbar merkwürdigen Zeitpunkt. Einerseits ist Facebook aktuell durch investigative Journalisten und Whistleblower schwer unter Beschuss. Das Wall Street Journal veröffentlicht seit Tagen die „Facebook Files“ – Insiderberichte über das Unternehmen die belegen, dass es absichtlich zum Schaden der Menschheit agiert. Sogar EU-Politiker drängen seither auf Ermittlungen. Am 4. Oktober gingen die Seiten von Facebook, Messenger, Instagram, Oculus VR und Whatsapp (alle gehören zu Facebook) plötzlich und ohne Vorwarnung offline. Die Gründe dafür sind rätselhaft. Scheinbar fehlen die entsprechenden DNS-Einträge für die Domains und wurden in den letzten Stunden auch nicht wieder hergestellt.


Die Hälfte aller Facebook-Konten betroffen – oder doch alle?


Der Artikel in Privacy Affairs behauptet, dass die Daten ohne einen Hackvorgang erlangt werden konnten. Es wäre „Scraping“ eingesetzt worden – vereinfacht erklärt mehrere Techniken zur Datensammlung, ohne dass man dazu widerrechtlich in fremde Computersysteme eindringen müsse. Dagegen spricht allerdings, dass sich in dem Dump der Aufenthaltsort der Personen, die Telefonnummern und die E-Mailadressen befinden sollen, welche je nach Einstellung bei Facebook in der Regel nicht öffentlich sichtbar sind. Scraping kann auch durch Umfragen oder Gewinnspiele betrieben werden, wo Anwender ihre Daten freiwillig angeben oder auslesen lassen. Ob dies bei 1,5 Milliarden Konten plausibel ist, sei dahingestellt.

Beschönigende Auskunft von Facebook via Konkurrent Twitter


Die unterhaltsame Theorie eines Mediums, dass Facebook nur im Iran funktionieren würde, kann man hingegen getrost ins Reich der Märchen und Mythen verbannen. Ähnlich sinnfrei ist die offizielle Aussage von Facebook, wo man beschönigend davon spricht, dass wohl „einige Menschen Probleme damit hätten, die Dienste von Facebook zu nutzen“. Tatsächlich sind es alle Menschen dieser Welt.


We’re aware that some people are having trouble accessing Facebook app. We’re working to get things back to normal as quickly as possible, and we apologize for any inconvenience.

Keine Lösung in Sicht


Facebook funktioniert zurzeit weltweit nicht – und das nicht nur für alle Anwender sondern auch intern, für alle eigenen Mitarbeiter. Der Ausfall begann etwa um 17:30 – bis 21:00 war keine Lösung in Sicht. Angeblich hätten Facebook Mitarbeiter auch massive Probleme damit, miteinander zu kommunizieren. So wären zwar Menschen vor Ort an Geräten, wo eine Lösung möglich wäre – doch sie hätten keinen Kontakt zu jenen Kollegen, welche über die Logindaten dazu verfügen. Eine vernünftige Aussage, was der Grund für das Problem ist, gibt es seitens des Internetgiganten noch nicht.



In verschiedenen Expertenforen wird gemunkelt, dass knapp vor den Ausfällen ein Update mit Konfigurationsänderungen eingespielt wurde. Ein Insider der unter dem Namen u/ramenporn auftritt erklärte, dass sich die Netzwerkingenieure von Facebook selbst ausgesperrt haben, als sie die Änderung durchführten. Es gäbe keine Hinweise auf einen Angriff von außen. Die Aussagen von u/ramenporn wurden auf Reddit inzwischen gelöscht. Angeblich hätte das „Aussperren“ sogar in der realen Welt Auswirkungen – Facebook Mitarbeiter könnten nicht einmal in die Gebäude gelangen, weil die elektronischen Sperrsysteme versagen.



Quelle:

Während Facebook-Blackout: Hacker bieten 1,5 Mrd. Userdaten zum Kauf an (report24.news)


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